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Ägypten forciert Ausbau des Jonglei-Kanals am Nil

Der Nil ist auf seinem letzten Teilstück in Ägypten noch rund 1.500 Kilometer lang und vom Nassersee bis zur Mündung ins Mittelmeer durchgängig für Schiffe passierbar, z.B. für die Nilkreuzfahrten zwischen Luxor und Assuan. Südlich des Nassersees grenzt der Sudan an Ägypten, das ebenfalls zu den Anrainern des längsten Flusses der Welt gehört, vom Nil aber deutlich weniger profitiert als Ägypten. Dies für die Zukunft zu ändern, ist eines der außenpolitischen Ziele von Essam Sharaf, dem neuen Premierminister Ägyptens.

In Begleitung mehrerer Minister war Sharaf zu Beginn dieser Woche zu seiner ersten Auslandsreise als Premierminister im Sudan zu Gast. Dort widmete sich die Delegation aus Kairo vor allem dem Jonglei-Kanal, der am Nil im südlichen Sudan zwar bereits begonnen, aber noch nicht vollendet wurde. Durch dieses Projekte zur Wassergewinnung im Sudan will Ägypten sein finanzielles Engagement im Sudan den Angaben zufolge in den kommenden Jahren von aktuell knapp 5,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr deutlich ausbauen.

Neben den finnaziellen Engpässen, die vor Jahren zum Baustopp am Jonglei-Kanal am Nil im Sudan und damit zum Ausbau der Schifffahrt südlich des Nassersees geführt haben, gilt es im Sudan auch politische Probleme zu lösen. Vor allem im Süden des Landes gibt es noch heftigen Widerstand gegen den Jonglei-Kanal. Diese Bedenken will Ägypten durch diplomatisches Geschick abbauen, da der Jonglei-Kanal nach seiner Fertigstellung bis zu vier Milliarden m³ Wasser zur Verfügung stellen könnte, wovon sowohl Ägypten als auch der Sudan profitieren würden.  

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