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Nil-Stausamm im Sudan: Strafanzeige gegen deutsches Unternehmen

Im Sudan, dem südlichen Nachbarland von Ägypten, wurde am Nil ein Staudamm gebaut, der seit Jahren für Wirbel sorgt und in den kommenden Monaten aller Voraussicht nach auch noch die deutsche Justiz beschäftigen wird. Die Menschenrechtsorganisation ECCHR (European Center for Constitutional and Human Rights) erstattete bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt Strafanzeige gegen das deutsche Unternehmen Lahmeyer International. Lahmeyer gilt als Weltmarktführer beim Bau von Staudämmen und hat auch das umstrittene Projekt am Nil im Sudan federführend begleitet.

Das ECCHR und die GfbV (Gesellschaft für bedrohte Völker) werfen Lahmeyer vor, die im Zusammenhang mit dem Staudamm-Bau am Nil entstandenen Menschenrechtsverletzungen im Sudan nicht unterbunden bzw. billigend in Kauf genommen zu haben. Durch die Anstauung des Nils im Sudan ist ein 175 Kilometer langer und bis zu fünf Kilometer breiter Stausee entstanden, der die zwangsweise Umsiedlung von rund 50.000 Landwirten und Einwohnern zur Folge hatte.

Als Ausgleich für die verlorenen Flächen seien den Betroffenen weitaus schlechtere Äcker, Wiesen und Bauplätze zugeteilt worden, so ECCHR und GfbV. Darüber hinaus sei es in diesem Zusammenhang zu unrechtmäßigen Verhaftungen und teilweise sogar Tötungen von friedlichen Demonstranten gekommen, wofür Lahmeyer International die Verantwortung übernehmen müsse, kritisieren die Menschenrechtler. Die Nilkreuzfahrten, die in aller Regel im südlichen Ägypten oder auf dem Nassersee stattfinden, sind von den Ereignissen im Sudan jedoch nicht betroffen.

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