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Offensive für Binnenschifffahrt tangiert Nilkreuzfahrten nicht

Noch in den 1970er-Jahren gehörte die Binnenschifffahrt in Ägypten zu den Haupteinnahmequellen auf dem Nil. Dieser Status konnte die Binnenschifffahrt in Ägypten in den folgenden Jahrzehnten jedoch nicht einmal annähernd halten. Einerseits wurde der inländische Güterverkehr mehr und mehr vom Nil auf die Straße oder Schiene verlagert, andererseits begann in Ägypten das damals noch zarte Pflänzchen namens Tourismus in Ägypten langsam aber sicher zu blühen. Die Nilkreuzfahrten etablierten schnell als besonders attraktives Segment des Tourismus in Ägypten und lösten die Binnenschifffahrt spätestens in den 1990er-Jahren als Marktführer auf dem Nil ab.

Inzwischen hat in Ägypten jedoch ein Umdenken eingesetzt, so dass im Land der Pharaonen nicht mehr nur die Nilkreuzfahrten weiter gestärkt werden sollen, sondern auch wieder mehr Güterverkehr über die Lebensader Ägyptens abgewickelt werden soll. Eine Kollision der Interessen von Nilkreuzfahrt und Binnenschifffahrt ist in Ägypten dabei nicht zu befürchten, da Nilkreuzfahrten vor allem zwischen Assuan und Luxor stattfinden, also im Süden, während sich der Güterverkehr auf den Norden konzentriert, also die Region rund um die Hauptstadt Kairo.

In der Vergangenheit gab Ägypten lediglich die Frachtschiffe aus der staatlichen Hand ließ die private Binnenschifffahrt auf dem Nil zu. Da sich die Binnenhäfen, nicht die Kreuzfahrthäfen, in überwiegend marodem Zustand befinden, will Ägypten künftig private Investoren in diesem Bereich nicht nur zulassen, sondern geradezu anlocken. Damit die Investoren in Ägypten mit einem rentablen Geschäft rechnen können, soll der Güterverkehr zu einem namhaften Anteil wieder vom Land auf den Nil zurückverlagert werden. Nilkreuzfahrten und Güterverkehr werden in Zukunft also ohne Reibungspunkte nebeneinander existieren und sich in gewisser Weise sogar ergänzen können, da von der verbesserten Infrastruktur in Ägypten letztendlich auch der Tourismus profitieren wird.

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